Winterrundgang auf der Spinnerei

Voll war es beim gestrigen Winterrundgang der SpinnereiGalerien. Fast 13000 Besucher nutzen die Gelegenheit für eine Tour durch die vierzehn Ausstellungsräume auf dem Gelände der ehemaligen Baumwollspinnerei in Plagwitz und in die offenen Ateliers der dort arbeitenden Künstler.

Auch uns hielten die Wetterkapriolen mit Windstärke acht und heftigem Regen nicht davon ab, uns die neuesten Expositionen anzuschauen, darunter auch eine Handvoll Fotografie. Nur die Menschenmassen erschwerten den Kunstgenuss mitunter ein wenig – wer wird schon gern in Kaffeebohnenschritten an den Ausstellungsstücken vorbeigeschoben?

Großer Andrang auf dem Spinnereigelände

Großer Andrang auf dem Spinnereigelände

Einen kleinen Eindruck von der Vielfalt der ausgestellten Werke zwischen Archiv Massiv und maerzgalerie vermittelt die Bildergalerie auf kunstszene leipzig.
Unser Hauptaugenmerk galt natürlich in erster Linie der Fotografie. Und wir haben einige wirklich schöne und spannende Arbeiten entdecken können.

Erstmals fündig wurden wir bereits am Beginn unseres Rundgangs in der maerzgalerie (Wir haben uns von hinten nach vorn durchgearbeitet). In der von Torsten Reiter kuratierten Gemeinschaftsausstellung 5544 unmöglich werden unter anderem Fotografien von James Nizam und dem Leipziger Fotografen Steffen Junghans präsentiert. 5544 steht dabei für die Tage seit der Gründung der Galerie am 6. November 1999 bis zum 10. Januar 2015.

Sequential Alignments von James Nizam in der maerzgalerie

maerzgalerie

ohne Lösung von Steffen Junghans in der maerzgalerie

In der Galerie Jochen Hempel nimmt Matthias Hoch den Betrachter mit auf seine Streifzüge durch die leergeräumten Büros des Dresdner-Bank-Hochhauses in Frankfurt am Main. In großformatigen farbigen Bilder erzählt er von dem was geblieben ist: leere Räume, Abdrücke im Teppich und zurückgelassenes Mobiliar im Silver Tower.

Fotografie au der Reihe Silver Tower von Matthias Hoch in der Galerie Jochen Hempel

Fotografie aus der Reihe Silver Tower von Matthias Hoch in der Galerie Jochen Hempel

Auch in der Galerie b2 ist ein kurz vor dem Abriss stehendes Schulgebäude aus den Siebzigerjahren eines der Bildobjekte der Ausstellung WORK AND PROGRESS von Caroline Hake. Dem gegenübergestellt werden Fotos der aktuellen Bebauung des urbanen Gürtels von Paris. Dadurch soll „eine allgegenwärtige soziale und kulturelle Forderung [thematisiert werden]: durch Arbeit und gezielte Formgebung Ideen oder Utopien real werden zu lassen.“

WORK IN PROGRESS von CArloine Hake

WORK AND PROGRESS von Caroline Hake in der Galerie b2

In der Serie PLANEN wird die Zeit des Auf- und Abbaus zwischen zwei Kunstausstellungen zum Bildthema. Plastikplanen schützen in dieser Phase die Ausstellungsobjekte. Durch die unterschiedlichen Faltungen und Reflexionen des Lichts werden sie nun selbst zu Objekten, die „an Fotogramme, konstruktive Malerei oder eine Installation mit alltäglichen Materialien“ erinnern.

Bilder der Ausstellung PLANEN von Caroline Hake

Bilder der Ausstellung PLANEN von Caroline Hake in der Galerie b2

Gleich gegenüber, in der Josef Filipp Galerie, werden im letzten Raum einige wundervolle Schwarzweiß Aufnahmen des Leipziger Fotografen Thomas Steinert ausgestellt, die das Leben in Leipzig Connewitz in den 1970er und 1980er Jahren zeigen und auch in dem Buch Sehenden Auges zu finden sind.

Besucher von den Arbeiten von Thomas Steinert in der Josef Philipp Galerie

Besucher vor den Arbeiten von Thomas Steinert in der Josef Filipp Galerie

Ganz anders die knallbunten Fotografien von Silke Koch im Archiv Massiv – unserem letzten Stop. Aus Flohmarktfunden in Leipzig, Berlin und Hamburg hat die Künstlerin in den vergangenen Jahren die Figures After Gravity’s Rainbow – an die Utopien der 70er Jahre erinnernde (Flug) Objekte – entstehen lassen und vor dunklem Hintergrund abgelichtet.

Figures After Gravity's Rainbow von Silke Koch im Archiv Massiv

Figures After Gravity’s Rainbow von Silke Koch im Archiv Massiv

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