Winterliches Wien

Unser letzter momenteel Betriebsausflug führte uns am ersten Adventswochenende ins leider ziemlich graue und nasskalte Wien. Wer schon einmal mit dem Zug in die österreichische Hauptstadt unterwegs war, dem wird klar sein, dass unser Aufenthalt in der Stadt letztlich nicht viel mehr als 24 Stunden umfasste. Die haben wir allerdings bestens genutzt.

Eigentlicher Grund für unseren Wienausflug waren die beiden Kunstausstellungen „Velázques“ im Kunsthistorischen Museum und „Henri de Toulouse-Lautrec – Der Weg in die Moderne“ im Bank Austria Kunstforum. Da aber im November auch der Monat der Fotografie in Wien stattfand, nutzen wir die Möglichkeit, außerdem die ein oder andere Fotografieausstellung zu besuchen.

Untergebracht waren wir in einem ehemaligen Exerzitienhaus im 7. Bezirk zwischen Museumsquartier und Mariahilfer Straße. Praktisch, denn im Siebten befinden sich nicht nur die Flagshipstores namenhafter Kamerahersteller wie Nikon und Leica, sondern auch das Westlicht – Schauplatz für Fotografie in Wien. Wegen Umbauarbeiten für die neue Ausstellung „Schaulust – Erotische Fotografien von Egon Walde“, die am 5. Dezember eröffnete, war das Museum allerdings vorübergehend geschlossen.

Westlicht – Schauplatz für Fotografie in Wien

Westlicht – Schauplatz für Fotografie in Wien

Im Leica Store werden Weihnachtswünsche geweckt

Im Leica Shop werden Weihnachtswünsche geweckt

Gleich nebenan in der Leica Galerie gab es dafür „Sounds of Vienna / 100 Jahre Franz Hubmann“ zu sehen.

Franz Hubmann, Selbstporträt mit Leica, um 1960 © Franz Hubmann/Franz Hubmann Archiv/IMAGNO

Franz Hubmann, Selbstporträt mit Leica, um 1960 © Franz Hubmann/Franz Hubmann Archiv/IMAGNO

Die nächsten Stunden gehörten dann aber doch erstmal den Meisterwerken Velázques‘ und Toulouse-Lautrecs. Erst am Nachmittag hatten wir wieder Zeit für weitere Fotokunst. So waren im Tresor des Bank Austria Kunstforums die Arbeiten von Werner Schrödl ausgestellt. In seinem aktuellen Werk „Snooky Games“ nutzt der österreichische Künstler Licht und noch mehr Schatten, um Landschaften, Personen und Objekte in atmosphärisch dichten Inszenierungen festzuhalten, die unsere Sehgewohnheiten gehörig auf die Probe stellen sollen. Auf der Begleittafel am Eingang der Ausstellung heißt es: „Den ursprünglichen Ausstellungstitel Spooky Games hat Schrödl zu Snooky Games verballhornt. Inspiration hierfür war das englische „to cock a snook at somebody“ – in diesem Fall zeigt die Kunst dem Betrachter eine lange Nase. Nichts ist, wie es scheint.“

Werner Schrödl, Fuchs, 2014 © Werner Schrödl

Werner Schrödl, Fuchs, 2014 © Werner Schrödl

Bei einem kurzen Spaziergang durch die verwinkelten Gassen der Wiener Altstadt entdeckten wir dann zufällig den „Olympus Photography Playground“ in der alten Postzentrale. Noch bis zum 19. Dezember fordern die von Künstlern wie NEON GOLDEN, Maser, Erik Olofsen, Marcus Doering und Ben Lauber gestalteten Installation nicht nur zum musealen Betrachten auf, sondern laden zur Interaktion und zur fotografischen Entdeckungstour ein. Denn Fotografieren ist hier ausdrücklich erwünscht. Bereits am Eingang bekommt man gegen Vorlage des Personalausweises seine Olympus Wunschkamera (oder wenn man sich mit den Olympus Modellen nicht auskennt, das Einsteigermodell OMD E 10) ausgehändigt und kann dann nach Lust und Laune alle Einstellungen live testen. Eine super spannende und spaßige Angelegenheit. Die vollgeknipste Speicherkarte kann man am Ende sogar geschenkt mit nach Hause nehmen.

 

NEON GOLDEN Swarm

NEON GOLDEN Swarm

Erik Olofsen White Noise

Erik Olofsen White Noise

Erik Olofsen White Noise

Erik Olofsen White Noise

Maser Infinity island

Maser Infinity Island

Marcus Doering, Ben Lauber Resonant Grid

Marcus Doering, Ben Lauber Resonant Grid

Die Wiener Ausgabe des „Memory Lab“, über dessen Berliner Pedant wir ja schon berichtet hatten, konnten wir uns leider nicht mehr anschauen, da das MUSA Samstags bereits um 16 Uhr schließt. Schade.

Aber so blieb noch ein wenig Zeit, um durch das weihnachtlich beleuchtete und winterlich kalte Wien zu schlendern und anschließend bei einem leckeren Abendessen in der Josefstadt die vielen Eindrücke des Tages Revue passieren zu lassen.

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