Linsenlos glücklich!

Bald ist es wieder soweit. Am letzen Sonntag im April wird nun bereits zum 13. Mal der World Pinhole Photography Day (WWPD) gefeiert. Gewidmet ist er der ältesten und einfachsten, zugleich aber auch einer unglaublich kreativen Art des Fotografierens – dem Einfangen der Welt mittels einer Lochkamera. Höchste Zeit also, dass wir uns ein wenig näher mit der so genannten Pinhole Art beschäftigen!

Wie entsteht ein Pinhole Foto und was macht seine Faszination aus?

Eine Lochkamera kommt ganz und gar ohne optische Linse aus. Sie besteht in ihrer einfachsten Variante nur aus einem dunklen Kasten mit einem winzigen Loch (engl. pinhole) auf der Vorderseite. Durch dieses Loch fällt das gebündelte Licht auf die gegenüberliegende Seite. Das dorthin projizierte Bild kann dann mithilfe von Fotopapier, Film oder Bildsensoren fixiert werden.

Im Netz gibt es eine ganze Fülle an Seiten, die sich mal mehr, mal weniger intensiv mit Pinhole Fotografie und deren Geschichte auseinandersetzen, darunter die von Jon Grepstadt mit vielen weiterführenden Links und Literaturempfehlungen oder die Seite linsenfrei der Gesellschaft für linsenfreies Fotografieren.

Do it Yourself!

Um aber noch besser zu verstehen, wie das Ganze praktisch funktioniert, haben wir uns unsere eigene digitale Lochkamera gebaut. Voilà!

DIY tools
DIY camera
DIY shot

Bei den Belichtungszeiten besteht zwar noch etwas Optimierungsbedarf – Spaß macht es aber allemal!
Die so entstandenen Aufnahmen wirken viel weicher als Linsen Fotos, sind im allgemeinen aber von ungeheurer Tiefenschärfe. Vor allem der Retro Charakter der Bilder, die durch weitgehend unfokusiertes Fotografieren entstandenen außergewöhnlichen Perspektiven und die zum Teil extrem langen Belichtungszeiten machen die Bilder zu etwas ganz besonderen – ja, beinahe zu etwas Emotionalen.

Fang das Licht

Die Faszination der Pinhole Fotografie hat neben vielen Hobbyfotografen aber auch zahllose Fotokünstler in Ihren Bann gezogen. Einer von ihnen ist der Amerikaner Chris Keeney. Die Bildthemen des kalifornischen Fotografen sind so vielseitig wie die unterschiedlichen Techniken mit denen er experimentiert. Eine besondere Leidenschaft hegt er jedoch für die Pinhole Fotografie: „… once you start doing it and realize how rewarding it is, the more you want to do it. The joy of making your own camera, then creating an image with just a tiny pinhole and some light sensitive material, seems like magic every time you do it.“ (Ein vollständiges Interview auf Englisch findet Ihr hier.)la-quinta-resort-pinhole-portrait-photograph

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In seinen Bildern versucht er die Unbeständigkeit unserer Umwelt mit allem was es darin Faszinierendes zu entdecken gilt, einzufangen. Scheinbar für einen kurzen Augenblick lässt er den Betrachter in einen Teil in seiner eigenen Welt eintauchen. Dadurch wirken die Bilder, als stammten sie aus Keeneys privatem Urlaubsfotoalbum. Die fließenden Bewegungen von Menschen, Zügen und Autos sowie die unterschiedlichsten Perspektiven verstärken den Eindruck, dass es sich nur um Momentaufnahmen handelt.

The San Diego Photography of Chris Keeney

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Wenn Ihr beim Anschauen der Bilder auch auf den Geschmack gekommen seid, dann folgt hier die gute Nachricht: Am WWPD kann jeder teilnehmen. Besorgt Euch einfach eine Lochkamera – oder noch besser, bastelt Euch eine –. Schießt Euer eigenes Pinhole Foto und ladet es anschließend in die Pinhole Day Gallerie auf www.pinholeday.org.

Mehr Infos gibt es auch unter https://www.facebook.com/PinholeDay/info.

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