2 Tage / 10 Stunden / 8 Fotos

Der 1. Leipziger Fotomarathon

Pünktlich 7:00 Uhr öffneten sich am 14. September die Türen des alten Stadtbades zum 1. Leipziger Fotomarathon. Anders als in den Städten Berlin oder Dresden, hatten die Veranstalter vom Verein „Kreatives Leipzig“ sich auf die Fahnen geschrieben, das Event an nur einem Wochenende durchzuführen und so konnten bereits Sonntagabend (Dank des speziell entwickelten 5 Sterne Bewertungssystems) die Sieger ihre Preise entgegen nehmen. Doch eins nach dem anderen…

Aufgabenstellung des Leipziger Fotomarathons war es, im Zeitraum von 8 bis 18 Uhr unter dem Oberthema  „Leipzig kreativ“ acht Aufgaben zu bewältigen. Am Ende des Tages sollten dann die Teilnehmer eine Speicherkarte mit jeweils einem Bild pro Thema sowie der Startnummer einreichen. Die Bilder durften weder bearbeitet, noch durch Umbenennung in eine andere Reihenfolge gebracht werden. Erlaubt war lediglich, was mit einer Digitalkamera möglich ist.

Kategorien
Bereits am selben Abend noch sah sich die Jury 1216 Bilder an und entschied darüber, wer und welches Motiv die jeweiligen Aufgaben am besten umgesetzt hatten. Das Bewertungssystem sah vor, dass jedes Jurymitglied jedes Bild mit 1-5 Sternchen bewertet, die dann zusammengezählt wurden. Zwar war es so möglich, innerhalb kürzester Zeit zu einem Ergebnis zu kommen, jedoch eine Diskussion über die vorliegenden Arbeiten blieb leider aus.

Sonntagabend schließlich wurden im Rahmen der Fotolounge im alten Stadtbad Leipzig jeweils die ersten drei Plätze der acht Kategorien ausgezeichnet, sowie die drei Plätze der Gesamtwertung. Dabei konnten sich die Preise sehen lassen. Neben Fachzeitschiftenabonnements und Fotobuchgutscheinen wurden unter anderem auch zwei Tamron Objektive im Wert von 600-1300 Euro sowie 10000 Culturtraeger Postkarten an die Tagessieger verlost.

1. Sonderpreis

1. Platz Sonderpreis – Caroline Schmunck

2. Sonderpreis

2. Platz Sonderpreis – Christian Lorenz

3. Sonderpreis

3. Platz Sonderpreis – Susanne Jeschke

Durch den Abend führte der R.SA Moderator Martin Lobst, der zunächst auf einer Leinwand dem Publikum die ausgezeichneten Fotos präsentierte und schließlich den entsprechenden Teilnehmern Preise überreichte. Gern hätten wir an dieser Stelle etwas mehr über das Motiv, die Techniken und die Kameras der Teilnehmer erfahren – jedoch beschränkten sich die Informationen aufs Wesentliche, was sicher dem Zeitdruck geschuldet war.

Die auf der Abendveranstaltung präsentierten Arbeiten zeigten eine deutliche Tendenz hin zur schwarz-weiß Fotografie. Das hatte vermutlich weniger mit dem Besinnen auf Tradition und die Anfänge der Fotografie zu tun, als vielmehr damit, dass es seit geraumer Zeit einfach angesagt ist, schwarz-weiß Bilder zu machen, wie ein kurzer Blick in diverse online Fotodatenbänke und soziale Netzwerke zeigt. Tatsächlich bietet sich diese „Farbgestaltung“ zum Beispiel für den Bereich Architektur sehr gut an. Kontraste, Muster und Symmetrien der Motive lassen sich stärker hervorheben, die Fotos wirken abstrakter und die transportierte Stimmung entrückter. Deutlich zeigen dies die zwei ausgezeichneten Fotos von Julia Härtel und Felix Wabnitz.

Julia Haertel Architektur

1. Platz Architektur – Julia Härtel

Felix Wabnitz Architektur

2. Platz Architektur – Felix Wabnitz

Entrückt kann man auch das Foto von Denise Euler in der Kategorie Theater und Bewegungskunst nennen, deren innerstes Bedürfnis es war an dieser Stelle nicht nur Akteur hinter der Kamera zu sein sondern sich vor dieser zu bewegen – tolle Umsetzung der Aufgabenstellung!

Und auch Hans Schlüter trifft mit seinem Bild in der Kategorie Musik das Thema auf den Punkt, indem er einen Plattenspieler zum Motiv wählt und diesen kontrastreich im Ausschnitt in Szene setzt.

Denise Euler Theater und Bewegungskunst

3. Platz Theater & Bewegungskunst – Denise Euler

Hans Schlueter Musik

2. Platz Musik – Hans Schlüter

Manche Fotos stehen einfach für sich und brauchen wenige Worte. Andere wiederum erschließen sich dem Betrachter nicht auf den ersten Blick. Für diese Fälle hätten wir gern ein paar mehr Informationen zur Bildidee der Fotomarathonisten gehabt und auch über die Urteile der Jury hätten wir gern mehr gehört. Uns ist jedoch auch klar, dass es eine sportliche Leistung war, die Veranstaltung an nur einem Wochenende durchzuführen und der Zeitdruck nicht viel Raum für lange Diskussionen lies. Alles in allem können die Veranstalter mehr als zufrieden mit dem Ergebnis des 1. Leipziger Fotomarathons sein und wir freuen uns auf dessen Fortsetzung im nächsten Jahr!

Die Siegerfotos sind noch bis zum 29.September 2013 in den Höfen am Brühl in Leipzig zu sehen.

One thought on “2 Tage / 10 Stunden / 8 Fotos

  1. Kristin
    21. Oktober 2013 at 17:47

    Kleiner Nachtrag…
    leider mussten drei prämierte Bilder des Fotomarathons nachträglich disqualifiziert werden. Wie auf der Leipziger Fotomarathonfacebookseite letzte Woche zu lesen war, handelte es sich dabei um Verstöße gegen das Urheberrecht. Zwar wurde bei der Auswertung der Bilder eine Software verwendet, anhand welcher die Fotos unter Anderem auf eine externe Bildbearbeitung geprüft werden konnten – Verstöße gegen das Urheberrecht lassen sich jedoch nicht so leicht prüfen.
    Schade, dass es immer wieder Einige gibt, die vom falschen Ehrgeiz gepackt werden, sollte es doch bei einem Fotomarathon vorrangig um die Freude am Fotografieren und der Challenge gehen.

    Und noch eine gute Nachricht an dieser Stelle. Auch 2014 wird es wieder einen Leipziger Fotomarathon geben. Ob dieser wieder sportlich an einem Wochenende durchgeführt wird und welche Neuerungen es geben wird steht noch in den Sternen. Wir sind gespannt!

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